WÜRZBURG. Wenn in der AKON Arena die Flutlichtmasten brennen und ein Erstligist auf den Rängen spürbar ins Schwitzen gerät, dann ist Pokalabend am Dallenberg. Was für eine packende Erstrundenpartie des DFB-Pokals: Drittliga-Aufsteiger Würzburger Kickers verlangte dem 1. FC Köln am Montagabend alles ab. Am Ende setzte sich der Favorit hauchdünn mit 2:1 (0:1) durch. Matchwinner der Begegnung war Kölns Ísak Jóhannesson, der mit zwei Treffern das Spiel drehte, während den Würzburgern in der Nachspielzeit dramatisch der Pfosten im Weg stand.
Abrangao lässt die AKON Arena beben
Vom Anpfiff weg überzeugte die Würzburger Mannschaft durch eine hervorragende taktische Ordnung. Der Drittligist verdichtete die Räume im Zentrum geschickt und überließ den Rheinländern weitgehend die Spielkontrolle, ohne dabei passiv zu wirken. Mit hoher Laufbereitschaft und kompromissloser Zweikampfstärke wurden die Kölner Angriffsversuche früh unterbunden.
In der 18. Spielminute belohnten sich die Unterfranken für ihren mutigen Beginn: Nach Unruhe im Kölner Strafraum im Anschluss an eine Ecke schaltete David Abrangao am schnellsten und drückte das Leder zur lautstark umjubelten 1:0-Führung über die Linie. In der Folge tat sich der Bundesligist extrem schwer, Lücken im Würzburger Abwehrblock zu finden. Bis zum Pausenpfiff verteidigten die Kickers den Vorsprung leidenschaftlich.
Dramatik pur: Pfostentreffer verhindert die Verlängerung
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gäste erwartungsgemäß den Druck. Mit hoher individueller Qualität drehte der Favorit durch einen Doppelpack von Ísak Jóhannesson (62. und 77. Minute) die Partie zugunsten des Erstligisten.
Doch die Würzburger gaben sich keineswegs geschlagen und mobilisierten in den Schlussminuten noch einmal alle Reserven. In der dritten Minute der Nachspielzeit folgte die Schlüsselszene der Partie: Nach einer präzisen Hereingabe kam Würzburgs Liam Omore aus kurzer Distanz zum Abschluss – der Ball knallte jedoch an den Pfosten des Kölner Gehäuses. Der hochverdiente Ausgleich und die Verlängerung blieben den Hausherren damit verwehrt.
Die Stimmen zum Spiel
Michael Schiele (Trainer Würzburger Kickers):
„Die Enttäuschung sitzt im ersten Moment extrem tief. Wir wussten, was für eine Wucht auf uns zukommt, aber wir haben leidenschaftlich gegengehalten. Es schmerzt ungemein, dass wir uns für diesen enormen Aufwand nicht belohnen konnten.“
René Wagner (Cheftrainer 1. FC Köln):
„Das war ein extrem hartes Stück Arbeit. Würzburg hat uns alles abverlangt. Ich bin froh, dass meine Mannschaft geduldig gehandelt und das Spiel noch gedreht hat.“
Fazit für die Region
Auch wenn das Aus im DFB-Pokal schmerzt: Der Auftritt der Würzburger Kickers gegen einen Erstligisten war ein starkes Ausrufezeichen für den Fußball in Main-Rhön und Unterfranken. Mit dieser Moral, Taktik und Kampfkraft nehmen die Rothosen viel Rückenwind für die kommenden Aufgaben in der 3. Liga mit.
Aufstellungen
Würzburger Kickers (Trainer: Michael Schiele)
- Tor: Marko Rajkovačić
- Abwehr: David Abrangao, Ebrahim Farahnak (86. Franck Evina), Daniel Hägele, Leo Eberle, Namrud Embaye (84. Xaver Kiefersauer)
- Mittelfeld: Philipp Ochs (71. Ivan Franjić), Tim Kraus (71. Jermain Nischalke), David Kinsombi (84. Eliot Muteba), Liam Omore
- Angriff: Tarsis Bonga
- Ersatzbank: Johann Hipper (T), Kristijan Taseski, Burak Karakaya, Dominik Meisel
1. FC Köln (Trainer: René Wagner)
- Tor: Marvin Schwäbe
- Abwehr: Alessio Castro-Montes, Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili (82. Joël Schmied), Gideon Mensah (75. Ellyes Skhiri)
- Mittelfeld: Tom Krauß, Ísak Jóhannesson, Jan Thielmann (75. Thijs Dallinga), Saïd El Mala (89. Paul Okon-Engstler), Marius Bülter
- Angriff: Ragnar Ache (75. Linton Maina)
- Ersatzbank: Ron-Robert Zieler (T), Jonathan Friemel, Rav van den Berg, Reigan Heskey

