Samstag, 20. April 2024
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Freilandmuseum Fladungen: Moderne Kunst in Museumsinterieur

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FLADUNGEN. Das Fränkische Freilandmuseum Fladungen geht mit seiner neuen Reihe „Kunst im Museum“ in die zweite Runde. Bis 6. November haben in den Häusern des historischen Dorfes 26 Werke von Marco Wagner, Künstler und Illustrator aus Bischofsheim-Haselbach ein „Refugium“ gefunden. Kontrastreich und manchmal auch provokant wurden die Zeichnungen und Acrylbilder stets mit besonderem Themenbezug als außergewöhnlicher Wandschmuck platziert, mal in der Schäferei, mal im Tagelöhnerhaus oder im Amtshaus. So raffiniert, dass Besucherinnen und Besucher an manchen Stellen schon genau hinschauen müssen, um die Kunst im Museumsambiente zu entdecken.

Liebe zur Heimat

Doch wie passt die moderne Kunst zum Freilandmuseum? „In Marco Wagners künstlerischem Schaffen spielt die Heimat eine große Rolle. So treten seine oft floral oder von Tiermotiven geprägten Werke in einen spannenden Dialog von Heimat gestern und heute.“, erklärt Niklas Hertwig, stellv. Museumsleiter, bei der Eröffnung der Ausstellung. Und auch für den weltweit arbeitenden Künstler Marco Wagner ist das Fränkische Freilandmuseum Fladungen ein zwar sehr ungewöhnlicher, aber perfekt passender Platz für die Retrospektive seines Schaffens von 2008 bis 2022. So weit spannt sich der Schaffenszeitraum der Exponate, die in Fladungen zu sehen sind.

Bunter Bildermix

„Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeiten hier daheim sind. Aus diesem ländlichen Bereich kommen die Impulse für meine Arbeiten.“, sagt der seit 15 Jahren freischaffende Rhöner. Bewusst zeigt er in Abstimmung mit der Museumsleitung einen Querschnitt aus seinen Serien und Sets. „In Galerien präsentiere ich immer ganze Bilderreihen. Hier im Freilandmuseum mit seinem ländlichen Ambiente sind meine Motive selbsterklärend und brauchen noch nicht einmal Untertitel.“

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Spannender Dialog zwischen Kunst und Raum

Als Stammgast des historischen Dorfes, wo er oft Ruhe und Inspiration für sein heimatverbundenes Wirken findet, war auch recht schnell entschieden, welcher „Wandschmuck“ in welchem Haus zu sehen sein soll. „Basis bilden die Häuser selbst. Sie sind wie ein fertig zubereitetes Gericht. Meine Bilder sind wie die letzten ein oder zwei Gewürze, die man zur Abrundung des Geschmacks hinzufügt.“, erläutert Marco Wagner.

Bewusst nimmt er in Kauf, dass die Geschmäcker verschieden sind. „Es kann schon sein, dass es Betrachter gibt, denen manche Komposition nicht schmeckt. Aber das ist gut so. Kunst soll ja auch provozieren.“, so der Künstler weiter. So hängt in der Schäferei nicht das Bild eines Hütehundes, sondern der „Ghost Dog“ und das Werk „Heiland“, die Darstellung des Jesukindes mit Hundehalskrause. Im bitterarmen Tagelöhnerhaus hingegen ist das prächtige, fachwerkgeschmückte Acrylbild „Neues Haus“ zu sehen. Die Interpretationen dieser Konstellationen sind dem Betrachter überlassen. Auf erklärendes Beiwerk wird in der Ausstellung verzichtet. Auch die begleitende kostenlose Broschüre, die die mal monochromen, mal grell akzentuierten Werke vorstellt, verrät weder, in welchem Haus die Werke zu finden sind noch, warum sie genau dort platziert wurden. Bis 6. November ist Zeit, auf eine kontrastreiche Entdeckungstour im Refugium zwischen Gestern und Heute zu gehen.

Dialogführungen am 15. Mai

Wer neugierig ist, den Künstler kennenzulernen, sollte sich Sonntag, den 15. Mai, den Int. Museumstag, vormerken. Um 11 und 14 Uhr bietet Marco Wagner eine Dialogführung an.

INFO: www.freilandmuseum-fladungen.de | www.marcowagner.net

Hintergrund: Marco Wagner

Marco Wagner wurde 1982 in Würzburg geboren. Nach dem Abitur studierte er Kommunikationsdesign an der FH Würzburg mit Schwerpunkt Illustration. Zunächst folgten einige Aufträge für Zeitschriften und Werbeagenturen, doch schon bald kamen auch Ausstellungseinladungen dazu. Mittlerweile arbeitet Wagner seit mehr als 15 Jahren als freier Künstler, Designer und Illustrator für Auftraggeber aus den Bereichen Magazin, Werbung, Mode und Musik. Seine Werke wurden mehrfach international ausgezeichnet. Auch seine freien Arbeiten finden weltweit Beachtung; so verzeichnet Wagner bis heute knapp 100 Ausstellungsbeteiligungen. Er wird vertreten durch Galerien in Hamburg, Leipzig und Frankfurt. Inspiration für seinen floral geprägten Stil findet Wagner in seiner Wahlheimat Rhön, wo er mit der Familie auf dem Land lebt.

Öffnungszeiten und Preise Fränkisches Freilandmuseum Fladungen
1. April bis 6. November, Mai bis September: täglich 09 – 18 Uhr
April, Oktober, November: Dienstag bis Sonntag 09 – 18 Uhr
Eintritt 6 €, 4 € ermäßigt, 12 € Familientageskarte

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