Mittwoch, 07. Dezember 2022
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Heumilch: Viel Geschmack durch Gräser und Kräuter

Eine gute Heuernte im Sommer sichert das Futter im Winter

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Der Frühsommer ist eine wichtige Zeit für die Heumilchbauern. Denn jetzt steht die Heuernte an, die den Grundstock für eine Milchsorte legt, deren Bezeichnung EU-weit gesetzlich geschützt ist: die Heumilch. Hier wird beim Füttern der Kühe gänzlich auf vergorenes Futter wie Silage verzichtet. Stattdessen weiden viele Tiere jetzt im Sommer auf Wiesen und Almen, auf denen verschiedenste Gräser und Kräuter wachsen. Im Winter werden die Kühe mit entsprechendem Heu versorgt. Als Ergänzung erhalten sie Getreideschrot. Somit ist die Heuwirtschaft die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Und für 2022 stehen die Vorzeichen auf Grün: „Wir sind mit einem guten ersten Schnitt in die diesjährige Saison gestartet“, erklärt Christiane Mösl, Geschäftsführerin der ARGE Heumilch.

Artenvielfalt auf den Weiden

Etwa 54 Prozent der Heumilch wird in Bioqualität produziert.
Foto: djd/clavis Kommunikationsberatung/Robert Staudinger

„Dieses jetzt geerntete, hochqualitative Heu ist das Grundfutter für unsere Kühe im Winter und die Basis für die Qualität der Heumilch-Produkte in der kalten Jahreszeit“, führt Markus Fischer, 1. Vorsitzender der ARGE Heumilch Deutschland weiter aus. Ein wichtiges Kriterium sei neben einem guten Erntestart auch die Artenvielfalt auf den Grünlandflächen der Heumilchregionen. Unter www.heumilch.com etwa gibt es einen detaillierten Überblick über die wichtigsten Gräser und Kräuter, die in den entsprechenden Landstrichen vorkommen. Hauptproduktionsgebiete sind Teile Österreichs und der Schweiz sowie Bayern und Baden-Württemberg. „Unsere Heumilchbauern mähen viele Flächen erst dann, wenn die Kräuter in voller Blüte stehen und die Artenvielfalt am größten ist“, so Fischer. „Außerdem werden nicht alle Felder auf einmal gemäht, sondern zeitlich gestaffelt und räumlich versetzt.“

Heuwirtschaft schont Klima

Aber nicht nur die Förderung der Artenvielfalt ist ein essenzieller Teil der Heuwirtschaft, auch das Klima profitiert. Durch die Bewirtschaftung des Dauergrünlands bleibt Kohlenstoff im Boden gebunden. Aufgrund des hohen Humusgehalts speichern Wiesen und Weiden in oberen Bodenschichten pro Hektar etwa ein Drittel mehr Kohlenstoff als Ackerböden. In tieferen Bodenschichten hält das Grünland sogar mehr Kohlenstoff fest als der durchschnittliche Waldboden. Auch das Tierwohl steht im Fokus: Auslauf und Weide sorgen für ausreichend Bewegung der Milch gebenden Kühe, und das an mindestens 120 Tagen im Jahr. Dauerhafte Anbindehaltung ist nicht erlaubt.

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