Mittwoch, 07. Dezember 2022
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Stadt organisierte Medienkompetenzfachtag: „Medien sind wie Pommes – zu viel ist ungesund“

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WÜRZBURG. Beim ersten Medienkompetenzfachtag für pädagogisches Fachpersonal beschäftigten sich 80 Teilnehmende bei drei Impulsvorträgen, einer Podiumsdiskussion sowie neun verschiedenen Workshops den ganzen Tag lang intensiv mit dem Thema „Digitale Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen“. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte Judith Gerlach, Staatsministerin für Digitales und selbst geborene Würzburgerin. Sie begrüßte die Gäste zu Beginn des Tages digital aus dem Staatsministerium. Im Anschluss betonte Würzburgs Sozialreferentin Dr. Hülya Düber die Wichtigkeit des Fachtags: „Das Thema „digitale Medien“ ist kein kurzfristiger Trend, der unsere Kinder und Jugendlichen ausschließlich negativ beeinflusst. Der Lebensraum von jungen Menschen ist heute zum großen Teil digital und dies wird in Zukunft nicht weniger werden. Uns muss klar sein, dass diese digitale Lebenswelt junger Menschen auch positiv zu sehen ist, da sie viele Chancen und Möglichkeiten bietet, sich kreativ und sozial zu entwickeln.“

Frau Dr. Hülya Düber begrüßt die Teilnehmenden beim Medienkompe-tenzfachtag im Skyline Hill Center in Würzburg. Foto: Kilian Schick

In den Impulsvorträgen bekamen die Gäste einen breiten Überblick über das aktuelle Mediennut-zungsverhalten von Kindern und Jugendlichen, zuerst in der Auswertung der quantitativen KIM- und JIM-Studien durch Thomas Rathgeb von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, danach über die Darstellung der qualitativen Erhebung im Programm „Act ON!“ durch Sina Stecher vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis und schließlich durch Prof. Frank Schwab von der Uni Würzburg mit aktuellen, psychologischen Modellen über das digitale Selbstbild von Kindern und Jugendlichen bei Social Media Aktivitäten: „Medien sind wie Pommes, verlockend und nahrhaft – auch, wenn man weiß, dass zu viel davon ungesund ist.“ Das Problem bei den Medienangeboten sei, dass es – ähnlich wie bei Pommesbuden – überall und jederzeit die Möglichkeit gebe, zu konsumieren und ein verantwortungsvoller Umgang daher erst erlernt werden müsse.

In der Podiumsdiskussion mit Bernd Kleinschnitz (Medienberater der Eichendorff-Schule Gerbrunn), Bürgermeisterin Judith Jörg (Leiterin des Schul- und Sportreferats Stadt Würzburg) und Lambert Zumbrägel (Medienpädagoge Stadtbücherei) ging es um das Thema „Digitale Bildungskonzepte“. Lambert Zumbrägel betonte, dass Pädagoginnen und Pädagogen auch ohne optimale technische Ausstattung mit digitalen Lernangeboten beginnen können: „Zu warten, bis alle Schulen auf dem neuesten, technischen Stand seien, wäre die schlechtere Alternative.“ Bürgermeisterin Judith Jörg erwähnte, dass neben der technischen Ausstattung der Schulen auch das pädagogische Angebot außerschulischer Bildung im Bereich digitaler Medien entscheidend sei.

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Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden Workshops besuchen. Dort konnte unter anderem gelernt werden, wie man auch nur mit einem Smartphone als Ausstattung kreativ werden kann, wie man Kinder und Jugendliche gegen Hatespeech und Fakenews stark machen kann, wie man Mediensucht vorbeugt und was es mit dem Thema E-Sports und digitales Gaming in der Jugendarbeit auf sich hat.

In den Pausen stand den Besuchenden der „Markt der Möglichkeiten“ zur Verfügung, bei dem verschiedene Angebote zu finden waren, von den Erziehungsberatungsstellen in der Stadt, über „Digital Streetwork“ vom BJR und Angeboten der Amadeu-Antonio-Stiftung, sowie „webhelm“ des JFF, bis hin zur AV Medienzentrale des Bistums Würzburg. Die lokalen Angebote und Links zu Online-Angeboten sind übrigens seit kurzem auch auf der neuen Seite des FB Jugend und Familie zu finden: www.wuerzburg.de/digitalemedien.

Der erste Medienkompetenzfachtag für pädagogisches Fachpersonal in und um Würzburg wurde organisiert vom Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Würzburg in Kooperation mit der Suchtpräventionsfachstelle der Stadt Würzburg in Trägerschaft der Diakonie, der Medienpädagogik der Stadtbücherei, dem Stadtjugendring und der Medienfachberatung des Bezirksjugendrings Unterfranken.

Text: Kilian Schick

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