Samstag, 20. April 2024
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Archäologische Ausgrabungen am geplanten Bauplatz der neuen Förderschule in Gaukönigshofen

Wichtiger Schritt für den Neubau und den südlichen Landkreis

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Der Ochsenfurter Gau zählt zu den fruchtbarsten Regionen Deutschlands. Das liegt vor allem an der sogenannten Schwarzerde. Als landwirtschaftlicher Ackerboden ist sie besonders wertvoll und furchtbar. Die besonderen Qualitätsmerkmale sind neben der besten Wasserspeicherfähigkeit der gute Humusanteil und damit verbunden ein reges Bodenleben. Davon profitiert nicht nur die moderne Landwirtschaft in heutigen Zeiten. Nachweislich nutzten die Kelten schon 400 Jahre vor Christus die Vorteile des fruchtbaren Bodens in der Region. Und genau das sorgt immer wieder für interessante Funde bei archäologischen Ausgrabungen. „Schon damals hatten die Menschen erkannt, wie wertvoll der Boden bei uns im südlichen Landkreis Würzburg ist. Das bringt immer wieder geschichtsträchtige Funde aus der Vergangenheit und den unterschiedlichen Epochen ans Tageslicht“, so Landrat Thomas Eberth bei einem Ortstermin in Gaukönigshofen.

Spatenstich ist für Herbst 2023 geplant

Denn eine solche Ausgrabung ist derzeit auch in der Nähe der Mittelschule in vollem Gange. Hier soll im Herbst 2023 der Spatenstich für den „Standort Süd“ der Rupert-Egenberger-Förderschule gefeiert werden – so die aktuellen Planungen. Wer an Orten bauen möchte, an denen es bekanntermaßen Bodendenkmäler gibt, muss bauvorgreifende archäologische Sondierungen in Auftrag geben. Dies ist in Gaukönigshofen der Fall. Nach einer Ausschreibung ist das Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen Heyse (BfAD Heyse GmbH & Co. KG) für die Ausgrabungen zuständig. Bei einem Ortsbesuch machten sich Landrat Thomas Eberth, Gaukönigshofens 2. Bürgermeisterin Esther Pfeuffer, Christina Brandel, Geschäftsleitung der Gemeinde, und Martin Umscheid, Leiter Hochbau-, Grundstücks- und Schulverwaltung am Landratsamt Würzburg, ein Bild von den untersuchten Flächen. Die gute Nachricht; Es ist kaum sogenanntes Befundmaterial gefunden worden, das den Neubau der für den südlichen Landkreis wichtigen Förderschule gefährden könnte.

„Historischer Grund“

Das heißt aber nicht, dass die Expertinnen und Experten der Grabungsfirma ohne Fund den Grabungsort Mitte Mai verlassen müssen. „Diese Scherbe stammt wohl aus dem Mittelalter“, erläuterten Dieter Heyse und Grabungsleiter Ulrich Müller beispielhaft. Die zeitliche Einordnung anderer Funde sei aufgrund der geringen Befunddichte kaum möglich. Gut erkennbar ist am Ausgrabungsort aber das Fundament eines Hauses. Vermutlich hatten dort tatsächlich Landwirte gewohnt, die aufgrund des fruchtbaren Bodens das Ackerland bewirtschaftet hatten. „Wir befinden uns also tatsächlich auf historischem Grund“, betonte Heyse.

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Die Befunddichte am Ausgrabungsort ist gering und wird den geplanten Neubau aller Voraussicht nach nicht verzögern. Diese Scherbe aus dem Mittelalter haben die Expertinnen und Experten bei den Ausgrabungen gefunden. Im Hintergrund erfährt Landrat Thomas Eberth (links) die Details der Funde von Dieter Heyse (Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen). Foto: Lucas Kesselhut

Verwaltung und Gemeinde liegen gut im Zeitplan

„Die Ausgrabungen haben wir bewusst sehr früh beauftragt, um nachfolgend alle weiteren wichtigen Schritte einleiten zu können. Das hilft uns – auch bei der derzeitig sehr angespannten Lage im Bausektor – alle Hebel rechtzeitig in Bewegung setzen zu können, um den Neubau zügig voranzutreiben. Denn der Neubau der Förderschule ist sowohl für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler als auch für den Lehrkörper, die Gemeinde und die Elternschaft ein großer Gewinn“, betonte Landrat Thomas Eberth.

2. Bürgermeisterin Esther Pfeuffer fügte hinzu: „Wir sind stolz auf die zukünftige Förderschule bei uns in der Gemeinde und tragen unseren Teil dazu bei, alle weiteren Schritte für den Neubau so zügig wie möglich in die Wege zu leiten.“

Hintergrundinformationen zum Neubau

Die Rupert-Egenberger Schule (RES) mit dem Schwerpunkt Lernen hat derzeit vier Standorte im Landkreis Würzburg: Veitshöchheim, Höchberg, Sommerhausen und Gelchsheim. Für die bisherigen Standorte in Sommerhausen und Gelchsheim musste eine neue Außenstelle gefunden werden. Der Kreistag hat sich für den „Standort Süd“ in Gaukönigshofen ausgesprochen. Hier sollen zukünftig rund 80 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. „Es ist unsere Pflicht, ein bestmögliches Lernen in allen Schulen zu ermöglich, für die der Landkreis Träger ist – und dazu gehören selbstverständlich auch die Standorte der Rupert-Egenberger-Schule. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Voraussetzungen hier in Gaukönigshofen perfekt passen und es ein toller Standort für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler sein wird“, unterstrich Landrat Thomas Eberth.

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