Samstag, 10. Dezember 2022
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Ländliche Entwicklung im Landkreis Schweinfurt: Viele Partner ziehen an einem Strang

Gemeinden, Allianzen und Regionalmanagement setzen auf ein noch stärkeres Miteinander und arbeiten bei der Bewältigung vieler Aufgaben zusammen.

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LANDKREIS SCHWEINFURT. Gemeinsam den ländlichen Raum stärken, das ist ein Markenzeichen des Landkreises Schweinfurt. Bei der Regionalentwicklung ziehen viele Partner an einem Strang, damit die Region noch attraktiver und lebenswerter wird. Beteiligt daran sind die kommunalen Allianzen und Öko-Modellregion Oberes Werntal sowie das LAG- und Regionalmanagement des Landkreises Schweinfurt, die seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten und in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle einnehmen.

Bettina Bärmann, stellvertretende Landrätin des Landkreises Schweinfurt, freut sich über die gelungene Vernetzung. „Es ist wichtig, dass wir zusammen Ideen entwickeln, gemeinsam Projekte vorantreiben und im stetigen Austausch bleiben. Für mich ist klar, dass die ländliche Entwicklung eine Aufgabe ist, die wir am besten im Verbund bewältigen können“, sagte sie nach einem gemeinsamen Strategieseminar. Erfreulich seien die vielen positiven Impulse, die durch den im Jahr 2008 begonnenen und damals neuen Ansatz der Regionalentwicklung im Landkreis Schweinfurt unter Federführung des am Landratsamt installierten Regionalmanagements bislang ausgegangen sind.

Wissen und Erfahrung weitergeben

Bei dem eintägigen Seminar an der Schule für Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim stand das „Miteinander für den Landkreis Schweinfurt“ im Blickpunkt. Die wichtigsten Fragestellungen bei dem Treffen, das auf eine Idee von Landrat Florian Töpper und Jürgen Eisentraut, dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken (ALE), zurückgeht, lauteten: Was wurde bislang erreicht, wo gibt es Optimierungsbedarf und welche Herausforderungen gilt es in den nächsten Jahren zu bewältigen? Daran teilgenommen haben Vertreter aller beteiligten Akteure. Von den fünf Allianz-Regionen waren nicht nur die Allianzmanagerinnen und -manager, sondern auch jeweils ein Bürgermeister eingeladen.  Die ohnehin enge Zusammenarbeit mit den Kommunen soll auf diesem Weg nochmals intensiviert werden. „Wir wollen uns gegenseitig unterstützen und unser Wissen und unsere Erfahrung weitergeben, getragen von dem gemeinsamen Gedanken, unsere Heimatregion zukunftssicher zu machen und voranzubringen“, sagte Landrat Florian Töpper.

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Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen eine Vielzahl an neuen Aufgaben und Herausforderungen für die 29 Gemeinden sowie im gemeinsamen Miteinander. Eine enorme Bedeutung werden in Zukunft die Themen Energie und Klimaschutz haben. Der Landkreis Schweinfurt hat ehrgeizige Pläne und will bis zum Jahr 2030 klimaneutral sein. Hierzu wird ein Klimaschutzmanagement eingesetzt, das ein Klimaschutzkonzept entwickeln und einen Energienutzungsplan erstellen soll.

Im Fokus stehen außerdem die Fachkräfte- und Mitarbeitergewinnung. Auf diesem Gebiet will man sich mehr abstimmen, unter anderem zu den Bedarfen. Weiter voranbringen möchte man die Digitalisierung in den Gemeindeverwaltungen, das Interesse an einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit ist groß. Erst kürzlich zeichnete Judith Gerlach, bayerische Staatsministerin für Digitales, das Landratsamt und die Gemeinden Dittelbrunn und Poppenhausen als „Digitales Amt“ aus.

Ein neues Zukunftsfeld in der Regionalentwicklung ist die Kinder- und Jugendarbeit. Es sollen zusätzliche Angebote für Theater, Musik und Freizeitgestaltung entstehen, unter anderem auch neue Skateranlagen.

Vermarktung regionaler Produkte stärken

Geplant ist zudem, sogenannte regionale Wertschöpfungsketten zu fördern. Hinter dem etwas sperrigen Begriff verbirgt sich der Versuch, einen Überblick über alle in der Region hergestellten Bioprodukte und regionalen Produkte, ihrer Lieferanten und Abnehmer sowie deren Nutzungsverhalten und Anforderungen zu erhalten, um in einem weiteren Schritt die Bio-Außer-Haus-Verpflegung und die Vermarktung regionaler Produkte zu stärken. Wichtiger Kooperationspartner könnte die Öko-Modellregion Oberes Werntal sein.

Allseits gelobt wurden die bisherige Zusammenarbeit sowie die Steuerungsgruppe, die sich als Arbeitsgremium bewährt hat. Einig war man sich darin, dass die Kooperation vorteilhaft für alle Partner ist. Gleichwohl besteht noch „Luft nach oben“ hinsichtlich einer besseren Abstimmung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschten sich darüber hinaus eine stärkere Mitwirkung kommunalpolitischer Mandatsträger.

Einmalig in Unterfranken

Nach mehr als zwei Jahren Coronapandemie bringe das neuartige und in Präsenz abgehaltene Strategieseminar eine „Stärkung des Wir-Gefühls und des Miteinanders“, wie es die stellvertretende Landrätin Bettina Bärmann formulierte. Einhelliger Tenor zum Abschluss war, einen solchen Austausch erneut zu organisieren, insbesondere um Synergien zu nutzen und um die Weichen für die Zukunft zu stellen. ALE-Leiter Jürgen Eisentraut sieht in dem Seminar gar eine Vorbildrolle: „Es gibt keinen anderen Landkreis in Unterfranken, in dem die einzelnen Akteure und Akteurinnen der ländlichen Entwicklung so eng zusammenarbeiten und sich regelmäßig in einer Steuerungsgruppe abstimmen. Dieses neue Format ist möglicherweise beispielgebend für andere Regionen und Landkreise.“

Hintergrund:

Allianzen / ILE-Regionen / Regionalmanagement

Im Landkreis Schweinfurt gibt es fünf kommunale Allianzen, die nach offizieller Bezeichnung des Förderkonzepts „ILE-Regionen“ heißen (Integrierte Ländliche Entwicklung): die ILE Interkommunale Allianz Oberes Werntal, ILE Schweinfurter Oberland, ILE Schweinfurter Mainbogen und, nach der Aufteilung der Region Main-Steigerwald im Jahr 2022, die daraus entstandene ILE „WeinPanorama Steigerwald“ und ILE „Mainschleife Plus“, in der auch Gemeinden aus den Landkreisen Kitzingen und Würzburg beteiligt sind. Jede Region hat sich einen besonderen Schwerpunkt gesetzt. Ihre Ziele sind aber ähnlich: Potenziale in den Bereichen Tourismus, Kultur, Soziales und Wirtschaft zu fördern und damit die Region durch Kooperation zu stärken.

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