Sonntag, 25. September 2022
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ver.di und AsF spenden dem Frauenhaus Schweinfurt 1.300 Euro

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SCHWEINFURT – Bei verschiedenen Aktionen, unter anderem der Frauenfete, sammelten der ver.di Bezirksfrauenrat und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (‚AsF) in den letzten Monaten Spenden für das Frauenhaus Schweinfurt. Die Aktionen waren ein großer Erfolg.

Kathi Petersen, ver.di und Rosy Wolters, freuten sich gemeinsam mit Doris Berz und Marietta Eder 1.300 Euro Spende an Sabine Dreibholz übergeben zu können. „Die Arbeit ist so wichtig für die Frauen in unserer Region“, betonte Rosy Wolters. Kathi Petersen freute sich über deutliche Verbesserungen in der Finanzierung. So ist es nun eine Pflichtaufgabe. „Das ist ein großer Schritt, um die Hilfe für von Gewalt betroffenen Frauen auf stetige Beine zu stellen“, so Kathi Petersen.

„Dennoch brauche es immer noch hohe Eigenanteile, deshalb setzen wir als ver.di und AsF unser jahrelanges Engagement fort“, sagt Marietta Eder. Sabine Dreibholz schilderte die Situation im vergangenen Jahr: „Mit 43 Frauen und 51 Kindern lebten im Jahr 2021 etwas mehr Personen in unserem Frauenhaus als 2020. Die Auslastung war in den Monaten niedrig, in denen im Vorjahr die Belegung eher gut war (Sept.-Nov.). Umgekehrt stieg sie an in den Monaten, in denen wir 2020 einige freie Plätze hatten (Feb. -Juli).“

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„Die Folgen der Corona geschuldeten Beschränkungen sind manchmal kurios und wahrscheinlich erst im Abstand einiger Jahre nachvollziehbar. Die polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnete für unsere Region keinen signifikanten Anstieg an Meldungen von häuslicher Gewalt. Wir wissen jedoch, dass diese Zahlen keinen Rückgang der häuslichen Gewalt bedeuten, allenfalls einen vermehrten Rückzug in die eigenen unsicheren vier Wände“, schildert Sabine Dreibholz.

Außerdem registrierte das Frauenhaus eine Zunahme an sozialen Problemlagen. „Uns erreichten vermehrt Hilferufe von obdachlosen und sucht/psychisch kranken Frauen.“

Knapp dreiviertel (74,4 %) der Bewohnerinnen stamme aus dem eigenen Einzugsgebiet Main-Rhön. „Unsere durchschnittliche Auslastung betrug 73,65 % und unterlag deutlichen monatlichen Schwankungen. Die Anzahl der telefonischen Beratungsgespräche lag bei 226 während unserer Dienstzeit plus 17 im Rahmen der Rufbereitschaft, d.h. insgesamt bei 243. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer hat sich leicht erhöht auf 66 Tage,“ erklärt Sabine Dreibholz.

Das Team der ehrenamtlichen Rufbereitschaftsfrauen sei erfreulicherweise gewachsen. „Wir haben sechs neue Kolleginnen im Team“, freute sich Sabine Dreibholz. Die Frauen wurden für ihren Einsatz rund um die Uhr auch gut vorbereitet und geschult.

„Wir können nicht alle Frauen aufnehmen, unter anderem aus Platzmangel psychischen Erkrankungen, Suchtkrankheiten und leider auch nicht obdachlose Frauen“, so Dreibholz. Man sei im Austauschmit politischen Mandatsträgerinnen, damit auch für diese Zielgruppe sichere Übernachtungsplätze (Sleep In für Frauen) in Stadt und Landkreis Schweinfurt zur Verfügung gestellt werden können.

Einig waren sich die Frauen, die Umsetzung der Istanbul-Konvention (Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt) auch in unserer Region weitervorbringen zu wollen. Insbesondere beim Umgangsrecht sei das Kindeswohl und die Sicherheit der Kindsmutter sei nach wie vor nicht gewährleistet. Dabei sei doch Safety Firstlängst bundesweit Standard. Es bleibt noch viel zu tun, um die Synchronisierung von Kindschaftsrecht und Gewaltschutz voranzutreiben.

Auf dem Bild von links: Doris Berz, Kathi Petersen, Sabine Dreibholz und Rosy Wolters
Foto: Marietta Eder

 

 

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