Samstag, 10. Dezember 2022
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Schonungen baut Schulhaus der Zukunft: Digital und klimafreundlich – Schonungens Grundschule setzt neue Maßstäbe

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SCHONUNGEN. Der Grundschulneubau in Schonungen nimmt immer konkretere Formen an: Zumindest beflügeln neue Fotomontagen des künftigen Gebäudekomplexes die Fantasien der Räte. „Es läuft wie am Schnürchen“ – so lautete die Botschaft an der Baustelle. Und tatsächlich konnten sich die Räte im Rahmen eines Ortstermins selbst ein Bild von den Bautätigkeiten machen. Daneben stand in der jüngsten Ratssitzung auch das Farb- und Gestaltungskonzept der Schule im Fokus.

Doch zunächst gab es an der Baustelle durch Bürgermeister Stefan Rottmann und Architekt Holger Philipp Informationen zum Baufortschritt. So wurde die Bodenplatte bereits eingebracht – gut zu sehen sind die Ausmaße der künftigen dreistöckigen Schule. Erkennbar sind vereinzelt auch schon Wände und der Aufzugschacht. Das Schweinfurter Bauunternehmen Riedel-Bau erhielt den Zuschlag für den Rohbau. In den nächsten Wochen ist damit zu rechnen, dass das Gebäude weiter rasant in die Höhe wächst und schon bald erste Decken eingezogen werden, so Philipp.

Man befinde sich im Zeit- und Budgetplan, erklärt der Architekt. Besonders erfreulich sind bisher die Kostenentwicklung: Etwa ein Drittel der Vergaben für das Projekt wurden bereits getätigt, dabei liege man 8% unter der Kostenschätzung, was eine Ersparnis bis dato von rund 300.000 Euro ausmacht. Allerdings sei die Preisentwicklung für die Zukunft überhaupt nicht absehbar und die Märkte für Baustoffe extrem volatil. Es ist auch nicht klar, wie Bau- und Handwerkerfirmen auf die kommenden Ausschreibungen reagieren werden.

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In der Ratssitzung selbst ging es dann vor allem um funktionale aber auch um gestalterische Details. Einige Wände im Schulbereich werden in Sichtbetonweise ausgeführt – dies betrifft insbesondere die Bewegungsflächen wie Flure, was vor allem die Pflege und Instandhaltung für die Zukunft erleichtert. Die Böden sollen weitestgehend in Kautschuk ausgeführt werden, teilweise in großformatigen Fliesen. Wo immer es geht soll Holz als nachhaltiger Rohstoff zum Einsatz kommen. Ein schlüssiges Farbkonzept soll den Schülern Orientierung geben. Uneins war man sich zunächst, ob das oberste Staffelgeschoss mit einer Holzfassade versehen werden soll. Es fand sich schließlich im Gremium eine Mehrheit für eine solche Ausführung.

Insgesamt etwa 350 Schülerinnen und Schülern soll der neue Gebäudekomplex Platz bieten. Das Raumangebot der Schule erstreckt sich über 12 Klassenzimmer, mehrere Gruppenräume, Multifunktionsräume, eine großzügige Pausenhalle mit angegliederter Mensa und Ausgabeküche. Dazu kommt der Verwaltungstrakt, Räume für den Ganztagsbereich sowie Mehrzweckräume, Werk- und Musiksaal. Durch den direkten Anbau an die bestehende Schwimm- und Turnhalle ergibt sich vor allem im Kellerbereich die Möglichkeit der Erweiterung um Geräteräume und Abstellflächen gerade für den Schwimm- und Turnunterricht. Richtung Osten eingebettet in Streuobstwiesen erstreckt sich ein großzügiger Pausenhof, in dem es auch vorgesehene Bereiche für Theateraufführungen oder Unterrichtsstunden gibt. Das Gebäude wird mit neuester Gebäudetechnik ausgestattet sein, dazu zählt auch eine zeitgemäße, digitale Schulausstattung.

Insgesamt orientiert sich der Neubau in seiner Architektur an die benachbarten Bestandsgebäude aber auch an der bestehenden Topographie. Auffällig viel Glas sorgen für lichtdurchflutete Räume aber auch für eine freundliche und moderne Gebäudearchitektur.

Das Gebäude wird nach modernsten energetischen Standards ausgeführt. Vor wenigen Jahren baute Schonungen in weiser Voraussicht eine neue Energiezentrale für das gesamte Schulzentrum (Turn- und Schwimmhalle, Realschule, Kindergarten, Kinderkrippe und Grundschule). Dort wird mit Hackschnitzeln aus gemeindeeigenen Wäldern Wärme gewonnen. „Wir haben uns damit nicht unabhängiger von Öl und Gas gemacht, sondern leisten damit auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz!“, erklärt Bürgermeister Stefan Rottmann. Tatsächlich erreicht das neue Schulhaus einen Effizienzhaus-Standard von unter 40, was mit einem KFW-Zuschuss von weit über eine Million Euro belohnt wird.

Das Dach wird extensiv begrünt und mit einer 80 KW- Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Es entsteht aber nicht nur ein energetisches Vorzeigeprojekt: Zuletzt hat sich der Rat für ein zentrales Lüftungssystem ausgesprochen, das dank ausgeklügelter Technik im Sommer die Raumtemperaturen deutlich kühlen wird. Damit wird nicht nur eine angenehme Lernatmosphäre geschaffen, sondern durch den Luftaustausch auch ein wirkungsvoller Schutz vor Corona o.ä. gewährleistet. Auch eine nachhaltige Regenwassernutzung für die Bewässerung von Außenanlagen in den Sommermonaten ist vorgesehen.

Neben der KFW-Förderung erhält Schonungen einen staatlichen Zuschuss von etwa 7,5 Mio. Euro.

©Architekturbüro Holger Philipp
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