Dienstag, 27. September 2022
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Sonne, Wind und Steine – Landrat Thomas Eberth besucht Sommerhausen

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SOMMERHAUSEN. Ein strammes Zwei-Stunden-Arbeitsprogramm war der Gemeindebesuch von Landrat Thomas Eberth im sommerlich heißen Sommerhausen. Bürgermeister Wilfried Saak hatte sechs Themen vorbereitet, der Landrat sechs Experten mitgebracht. Man will sich gegenseitig unterstützen.

Dafür muss man sich ein wenig kennen: „Was wollen wir? Was sind die Probleme und welche Lösungsansätze gibt es?“, fasst der Landrat zusammen. Das gemeinsame Projekt, bei dem das aufeinander Angewiesen sein voll zum Tragen kommt, heißt Rupert-Egenberger-Schule. Die Sommerhäuser Pläne mit ihrem Schulgebäude werden aufgehen, wenn die des Landkreises mit dem Neubau einer Förderschule in Gaukönigshofen aufgehen. Eberth ist zuversichtlich.

Es sind vor allem Themen rund ums Bauen, nebst Baumaterial und Quartiersentwicklung und Denkmalschutz, die auf der Agenda stehen. Die Steinindustrie und die drei aktiven Steinbrüche auf Sommerhäuser Gemarkung, sie seien dem Markt wichtig und das Verhältnis prinzipiell gut. Allerdings habe die Staubbelastung im Sommer Auswirkungen auf den Ort. Das gelte für die Obstbaumplantagen, immerhin die größten im Landkreis, die wegen des Staubs teilweise nicht abgeerntet werden können und auch für den Tourismus, vor allem die Ferienwohnungen der Aussiedlerhöfe. Doch Bürgermeister Saak ist zuversichtlich, mit den Unternehmen eine Lösung zu finden, einerseits durch das Asphaltieren der Zufahrtsstraße zu den Steinbrüchen, andererseits durch das Bedüsen der Arbeitsfelder mit Wasser.

Ein Bürgerwindrad für die Notversorgung

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Einen neuen Anlauf braucht das Gelände am Gartenweg, eine ehemalige Erwerbsgärtnerei an der Nahtstelle zwischen Wohnbebauung und Gewerbe. Unter anderem eine Tagespflege sei vor zehn Jahren im Gespräch gewesen, so Saak, das Bauleitplanverfahren dann aber im Sande verlaufen. Das knapp 7000 Quadratmeter große Grundstück mit Anteil im Hochwasserbereich habe inzwischen die Marktgemeinde erworben. Ein schalltechnisches Gutachten wäre nach wie vor essentiell, um Planungssicherheit zu gewinnen, sagt die Bauverwaltung, die gerade auch damit beschäftigt ist zu klären, inwieweit für die geplanten drei Windkraftanlagen der Flächennutzungsplan geändert werden bzw. ein Bebauungsplan mit einer immissionsschutzrechtlichen Begleitung aufgestellt werden muss. Der Unterschied im Zeit- und Kostenaufwand wäre erheblich.

Bürgermeister Wilfried Saak will unter anderem Energie des Bürgerwindrads für die Notversorgung im Rahmen der Katastrophenschutzplanung speichern und nutzen. Seine Ideen dazu stellte er in diesem Rahmen vor, weil er aus verschiedenen Gründen „nur ungern“ Diesel-Aggregate als Notstromquelle nutzen möchte. Als Software-Experte für Mineralöllogistik sieht er die Lagermöglichkeiten als massiv limitierend an und will zudem nicht auf ein auslaufendes Modell setzen. Es könnte Pilotcharakter haben, was er Mira Dos Santos Brandão, Leiterin des Geschäftsbereiches Kommunales und Sicherheit, vorstellte – auch weil seine Lösung einer Notstromversorgung gleichsam interkommunal für Winterhausen und Eibelstadt taugen könnte, wie er meint. Es geht bei diesen Planungen um flächendeckend langanhaltenden Stromausfall, bei dem wichtige Notfall-Funktionen dezentral über 72 Stunden aus einem Stromspeicher versorgt werden müssen.

Verstärkung im Denkmalschutz

Auch die Bearbeitung von Bauanträgen stand auf der Tagesordnung. Benedikt Kaufmann, Leiter des Bauamts am Landratsamt, nannte die Qualität der eingereichten Unterlagen als wesentlichen Faktor für die Bearbeitungsdauer. Deshalb verweist Kaufmann auf das Baurecht: „Der Architekt schuldet dem Bauherrn eine genehmigungsfähige Planung“. Mit unterstützenden Checklisten und einer Schulung sollen die Mitarbeiter in den Bauämtern der Kommunen – darunter viele neue Bauamtsleiter – lenkend wirken können, vor allem bei den vielen mangelhaften Anträgen. Außerdem: Wohnbauten seien in der Priorisierung derzeit höher eingestuft als andere Vorhaben und machten auch das Gros der Anträge aus, was personell berücksichtigt wird. Auch sei der Landkreis Würzburg wahnsinnig attraktiv, ein Rückgang an Bauvorhaben beginne sich gerade erst bei den Freistellungsverfahren abzuzeichnen, so Stefan Dürr, Fachbereichsleiter im Bauamt. Gute Nachrichten gibt es für Denkmalschutz-Projekte: es gibt eine zweite Sachbearbeiterin

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