Dienstag, 04. Oktober 2022
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Straßenbäume als grüne Klimaanlage – Wie ländliche Gemeinden Bäume in der Trockenheit pflegen können

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GROßLANGHEIM. Bäume sind wirkungsvolle Klimaanlagen. Sie kühlen die Luft um mehrere Grad, indem die Blätter Wasser verdunsten. Der Boden im Baumschatten bleibt bis zu 20 Grad Celsius kühler. Bäume filtern zudem Staub aus der Luft, sie binden CO2 und erzeugen Sauerstoff. Bäume sind ein Segen, gerade auf Wegen und Plätzen, zwischen Häuserreihen, gerade in Hitze und Trockenheit.

In Großlangheim wurden daher entlang den Straßen von 2004 bis 2005 zahlreiche Bäume gepflanzt, damals nicht nur zur Freude vieler Anwohner. Laub und Früchte machen nur Arbeit, so war die Sorge. Heute ist man froh um jeden Schatten und jedes frische Grün im Ortsbild. Aber die Bäume leiden. Für Standorte in Pflaster und Asphalt, vor aufgewärmten und trockenen Mauern, ist keine Baumart gemacht.

Die sogenannten „Stadtbirnen“, die gepflanzt wurden, gelten als gut geeignete Straßenbäume. Die Bäume wurden mit großen Wurzelräumen in spezielle wasserhaltige Erde gepflanzt. Dennoch fiel es im Frühjahr 2019, nach dem vorhergehenden Trockenjahr 2018, den geschulten Augen der Mitglieder des Ortsverschönerungsvereins Großlangheim auf, dass viele Bäume kaum noch austrieben, die Baumkronen schütter waren und viele Äste verdorrt waren. „Wir sehen es als unsere Aufgabe als Ortsverschönerungsverein, uns auch um die Bäume im Ort zu kümmern und die Gemeinde zu unterstützen,“ so Vorsitzende Irene Irmler und ihre Stellvertreterin Margit Worschech.

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Der Verein ließ sich beraten, was zu tun ist, von Baumpflege-Fachfirmen und von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt. Gemeinsam mit Bürgermeister Peter Sterk und dem Leiter des Bauhofs Eberhard Mahler wurde festgelegt, wie man vorgeht. Die Bäume sind nach einem recht einfachen System bewertet, wie ist der Zustand der Bäume und ist der Standort optimal oder ungünstig? Die abgestorbenen Äste wurden entfernt. Im Juni 2020 spendete der Ortsverschönerungsverein allen Straßenbäumen Baumsäcke, das sind Beutel, die mit Wasser gefüllt sind und das Wasser langsam an die Bäume abgeben. Der Bauhof füllt die Beutel. Die Mitglieder des Ortsverschönerungsvereins beobachten und geben Bescheid, wenn die Baumsäcke wieder gefüllt werden müssen. Je nach Witterung ist das wöchentlich nötig oder, wie im letzten, feuchteren, Jahr nur wenige Male. Außerdem pflegen einige Vereinsmitglieder nun die Baumscheiben. Es wurden neue Stauden und Kleinsträucher gepflanzt und Unrat entfernt. Auch einige Anwohner helfen mit. „Jeder kann etwas tun,“ sagt Margit Worschech. „Es ist kaum Arbeit zum Beispiel das Waschwasser für den Salat einfach in die Pflanzscheibe zu schütten.“

Bürgermeister Peter Sterk und Bauhofleiter Eberhard Mahler schätzen die Unterstützung sehr. „Unser Bauhof besteht nur aus zweieinhalb Leuten, die viele andere Aufgaben haben,“ sagt Bürgermeister Sterk. Der Ortsverschönerungsverein ist ein umsichtiger und verlässlicher Partner für den Bauhof, bestätigt Eberhard Mahler. Ein Wermutstropfen sei noch die Herkunft des Wassers. „Wir müssen noch Trinkwasser zum Gießen verwenden. Bei jedem neuen Vorhaben sehen wir nun vor, Wasser vor Ort zu halten,“ sagt Bürgermeister Sterk. Niederschläge, die über das Jahr kommen, sollen gesammelt oder direkt in die Pflanzflächen geleitet werden.

Tipps zur Baumpflege und Baumpflanzung:

•Je nach Niederschlägen und Temperaturen beginnt das Wässern der Bäume schon mit dem Laubaustrieb im April.
• Lieber weniger oft, dafür einmal durchdringend gießen, damit das Wasser auch tief in den Boden einsickern kann und die Bäume tiefe Wurzeln ausbilden.
• Junge Bäume, bis zu 15 Jahren, benötigen, wenn der Regen ausbleibt, bis zu 200 Liter je Woche.
• Bäume, die schon gut eingewachsen sind, brauchen bis zu 100 Liter.
• Wenn sich der Grundwasserspiegel absenkt, oder in extremer Hitze, leiden auch alte Bäume und benötigen Bewässerung.
• Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit der Gemeinde abstimmen, welche Bäume wie gepflegt werden. Die gute Zusammenarbeit ist wichtig für einen dauerhaften Erfolg.
• Die Kümmerer sind verlässlich und sorgen für eine dauerhafte Pflege, im Rahmen ihrer Möglichkeiten.
• Das Niederschlagswasser soll möglichst völlig am Ort gehalten werden. Der sparsame Umgang mit Wasser ist selbstverständlich. Gießen Sie mit Brauch- und Regenwasser!
• Bei Neupflanzungen wird die Wasserrückhaltung und natürliche Wasserversorgung mitgedacht. So fließt das Wasser zum Beispiel von den Wegen gleich in die Pflanzflächen. Die Baumwurzeln erhalten unterirdisch mindestens den gleichen Raum in der Größe der späteren oberirdischen Baumkrone. Unterirdisch kann auch Regenwasser im Wurzelraum angestaut und gespeichert werden.

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