Samstag, 10. Dezember 2022
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Noch immer kein Förderbescheid für eine Machbarkeitsstudie zum Bewässerungsproblem in der Bergtheimer Mulde

Landrat: Brisanz des Themas in München scheinbar nicht angekommen

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LANDKREIS WÜRZBURG. „Ich bin sehr enttäuscht, dass die Brisanz und Dringlichkeit unseres Anliegens für Landwirtschaft und Grundwasserschutz offenbar im Umweltministerium in München noch immer nicht angekommen ist und wir seit fast einem Jahr auf den Förderbescheid für die Bergtheimer Mulde warten“, erklärt Landrat Thomas Eberth. Gemeint ist die notwendige finanzielle Förderung der Machbarkeitsstudie, die Lösungsansätze für das Bewässerungsproblem und die Produktion von Nahrungsmittel in Zusammenhang mit der Kulturlandschaft in der Bergtheimer Mulde im nördlichen Landkreis Würzburg wissenschaftlich aufarbeiten und Lösungen aufzeigen soll. „Der extrem heiße und trockene Sommer 2022 zeigt uns wieder, wie wichtig die Thematik ist“, so der Landrat

Landwirtschaftliche Fläche von etwa 1.000 Hektar

Die Bergtheimer Mulde im nördlichen Landkreis Würzburg gehört zu der von Wasserknappheit besonders betroffenen Fränkischen Platte. Mit einer Gesamtfläche von 130 Quadratkilometern umfasst die Bergtheimer Mulde die Gemeinden Bergtheim, Oberpleichfeld, Unterpleichfeld, Prosselsheim und Kürnach sowie in den Randbereichen Hausen bei Würzburg im Norden und Estenfeld im Südwesten. Auf einer landwirtschaftlichen Fläche von etwa 1.000 Hektar werden neben den bekannten Feldfrüchten vor allem Sonderkulturen wie zum Beispiel Gemüse oder Beeren bis hin zu Pfingstrosen angebaut, die bisher in niederschlagsarmen Monaten durch Grundwasserentnahmen bewässert wurden.

Ziemlich genau vor einem Jahr, am 19. August 2021, freuten sich Landrat Thomas Eberth, die Bürgermeister von Oberpleichfeld, Bergtheim und Hausen sowie die Vertreter des Bewässerungsvereins Bergtheimer Mulde über den gelungenen und dringend notwendigen Durchbruch, um das Problem des sinkenden Grundwasserspiegels und der Grundwasserneubildungsrate in der Bergtheimer Mulde wissenschaftlich fundiert gemeinsam zu lösen. Man unterzeichnete einen Vertrag, der die Finanzierung einer lange geforderten Machbarkeitsstudie für das Bewässerungsproblem der Bergtheimer Mulde sichern sollte.

Kosten von insgesamt 200.000 Euro

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Diesem Akt ging ein langes Tauziehen voraus, um sich auf eine gerechte Verteilung der Kosten von insgesamt 200.000 Euro für die Machbarkeitsstudie zu einigen. „Trotz aller vorhergehenden Schwierigkeiten ist diese Studie als wissenschaftliche, objektive Grundlage zur zukünftigen Wassernutzung in dem stark landwirtschaftlich geprägten Gebiet der Bergtheimer Mulde dringend nötig, denn der Grundwasserspiegel sinkt seit Jahren“, betont Landrat Eberth.

Gleichzeitig mit der Vertragsunterzeichnung gingen Schreiben des Landrats an Staatsministerin Michaela Kaniber (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) sowie an Staatsminister Thorsten Glauber (Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz), in denen er um eine finanzielle Förderung der Machbarkeitsstudie bat. Die Kosten für die Studie liegen bei rund 200.000 Euro und hier fordert der Landrat eine Förderung nach den „Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben“ (RZWas). „Das Förderprogramm hat Mittel und die Studie in der Bergtheimer Mulde muss in diese Richtlinie passen, da sie dringend und nötiger denn je ist“, betont Landrat Eberth.

Landrat: „Wir können nicht länger warten“

„Mit Blick auf die besonderen Umstände in der Bergtheimer Mulde und die Vorgeschichte handelt es sich um eine individuelle Sonderlösung, die in bestimmten Punkten von der Regelförderung abweicht, weshalb diese Abweichungen jeweils gesondert durch das Wasserwirtschaftsamt mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz abgestimmt werden. Das kann bei der Summe doch nicht so schwierig sein“, ärgert sich der Landrat. Der heiße und niederschlagsarme Sommer in diesem Jahr unterstreicht die Dringlichkeit des Anliegens überdeutlich und schmerzhaft. „Wir können nicht länger warten! Wir brauchen hier endlich eine Lösung, um die regionale Lebensmittelproduktion und den Arten- und Grundwasserschutz zu erhalten“, so Eberth.

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