Freitag, 30. September 2022
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Wasserspeicher für Versorgungssicherheit: Neubau des Hochbehälters Kist hat begonnen

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WÜRZBURG. Seit März 2022 rollen am Hochbehälter Kist die Bagger: Der Neubau des Hochbehälters – unmittelbar neben dem Bestandsgebäude – hat begonnen. Bauherr ist der Zweckverband Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM). Dessen Verbandsvorsitzender Landrat Thomas Eberth hat sich gemeinsam mit Werkleiterin Eva von Vietinghoff-Scheel und Volker Faulhaber, Bürgermeister der Gemeinde Kist, vor Ort ein Bild vom anstehenden Bauprojekt gemacht.

Wichtiges Standbein der Wasserversorgung

Über den Hochbehälter Kist werden die Gemeinden Kist und Eisingen mit Trinkwasser versorgt. „Mit diesem Neubau stärken wir die Versorgungssicherheit mit dem lebenswichtigen Elixier Wasser langfristig ab und stärken die Entwicklung der Gemeinden“, erläutert Landrat Thomas Eberth. „Mittelfristig planen wir den Bau einer Verbindungsleitung zwischen Reichenberg und Kist. Darüber kann im Bedarfsfall Wasser aus dem Netz des benachbarten Trinkwasserversorgers FWF in das Netz von FWM eingespeist werden. Auch das dient der sicheren Lieferung von Wasser.“ „Voraussetzung dafür ist eine Kapazitätserweiterung des Hochbehälters Kist, die im Zuge des Neubaus erreicht wird,“ erläutert Werkleiterin Eva von Vietinghoff-Scheel.

Der bisherige Hochbehälter Kist weist nach rund 50 Jahren Nutzung verschiedene alters- und bauartbedingte Mängel auf. Eine Sanierung des Altbaus stellte nicht nur unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit, sondern auch in der wirtschaftlichen Abwägung keine sinnvolle Option dar. „Insbesondere die Notwendigkeit, den Betrieb während der Bauphase aufrechtzuerhalten, hätte bei einer Sanierung deutlich höhere Kosten verursacht als ein Neubau – mit anschließend unbefriedigenderem Ergebnis“, so Werkleiterin Eva von Vietinghoff-Scheel. „Darüber hinaus profitieren wir heute von der Weitsicht der damaligen Planer, die bei der Anlage des derzeitigen Hochbehälters bereits dessen Erweiterung berücksichtigt hatten – dies erleichtert das aktuelle Bauvorhaben ungemein.“

Dreifache Speicherkapazitäten

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Bauleiter Klaus Rüger stellte die Planungen des neuen Gebäudes in Stahlbeton- und Stahlbauweise vor. Zwei runde Edelstahlbehälter mit einem Fassungsvermögen von insgesamt 3.000 m³ werden vor Ort gefertigt. Mit ihnen erhöht sich das Speichervolumen im Vergleich zum Altbau auf das Dreifache. Eine Lüftungs- und Luftfilteranlage sorgt für die natürliche Beatmung der Speicherbehälter. Die offene Halle, in der die Speicherbehälter untergebracht sind, wird rund 2 m ins Erdreich eingelassen. Zusammen mit einem Anbau an der Längsseite der Halle, über den der Zutritt erfolgt, sowie einer giebelseitigen Erweiterung für die Elektrotechnik umfasst das Gebäude eine Gesamtfläche von rund 1.200 Quadratmetern.

Baureferent Klaus Rüger (4. v. l.) stellte gemeinsam mit Vertretern des Ingenieurbüros Arz und der ausführenden Baufirma Michel Bau die Planungen vor. © Regina Sämann

Das Dach wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet, über die der Eigenbedarf an Energie teilweise gedeckt werden kann. Drei Grundpumpen können je nach Bedarf zugeschaltet und geregelt werden. Eine zusätzliche leistungsstärkere Pumpe wird für Spitzenlastabnahmen, z.B. wenn Löschwasser benötigt wird, eingesetzt.

Die Gemeinde Kist wird künftig direkt aus dem Hochbehälter versorgt. Der bislang über ein Überhebepumpwerk gespeiste, gemeindeeigene und sanierungsbedürftige Wasserturm der Gemeinde Kist wird dann nicht mehr benötigt.

Zeit- und Kostenplan

Der bisherige Zeitplan sieht vor, 2022 den Rohbau abzuschließen. Im Frühjahr 2023 sollen die Edelstahlrundbehälter in der Halle errichtet werden, parallel dazu sind die Rohrleitungsbauarbeiten im Außenbereich sowie Ausbauarbeiten im Gebäude geplant. Der Anlagenbau mit Rohrleitungen, Pumpen und Elektrotechnik sowie die Außenanlagen sind für das zweite Halbjahr 2023 terminiert.

„Aktuell ist das Ziel, mit dem neuen Hochbehälter noch 2023 in Betrieb zu gehen“, so Werkleiterin von Vietinghoff. „Angesichts der bekannten aktuellen Situation – Lieferengpässe beim Material, Personalausfälle bei den Baufirmen – können wir dieses Ziel allerdings nicht als in Stein gemeißelt betrachten. Ebenso ist angesichts einer unvorhersehbaren Preisentwicklung Vorsicht bei Kostenschätzungen angebracht. Nach derzeitiger Berechnung gehen wir von Baukosten in Höhe von rund 8 Millionen Euro aus.“

„Wir hoffen, dass es aber dennoch im Zeitplan und Kostenrahmen zu schaffen ist und vor allem, dass wir eine unfallfreie Baustelle begleiten und uns dann später bei der Einweihung über das gelungene Werk freuen dürfen“, hofft Landrat Thomas Eberth.

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