Samstag, 25.06.2022
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Corona Teil 1 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

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SCHWEINFURT. Die Impfpflicht ist vorläufig vom Tisch. Wie hoch ist das reale Risiko, an Covid zu sterben wirklich? Ein analytischer Gastartikel von Dirk Friedlein. (Red.: Gastartikel und Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder und nicht die der Redaktion)

Corona – Teil 1: Einfach ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote?

Ich muss zugeben, als im Frühjahr 2020 das Thema Corona auf uns zurollte, war ich überfordert. Ein Virus, von dem man hörte, dass es schlimme Atemnot verursachen würde und sehr gefährlich sei, am Ende oft zum Tode führen könne. Die Schreckensbilder bei den Leitmedien, insbesondere aus Italien schienen das Ganze zu belegen. Ich war also zunächst erstarrt und – zugegeben – auch ein wenig ängstlich.

Das ging wohl jedem so, der die Sache mitverfolgt hat. Das Prozedere um Lockdowns, Maskenpflichten, Ausgangsverbote und Kontaktbeschränkungen hat mich jedoch dazu gebracht, mich mit der Angelegenheit tiefer auseinanderzusetzen. Von je her bin ich ein Mensch der Zahlen. Die erste Zahl, die aus Italien herüberschwappte war die Information über das Durchschnittsalter der Verstorbenen, das zum damaligen Zeitpunkt bei 83 Jahren lag. Alleine aus dieser Durchschnittszahl hätte man bereits schließen können, dass die Krankheit wohl in der allermeisten Fällen Menschen gesetzteren Alters betrifft – der Unterschiede im Immunsystem wegen. Für mich persönlich war das jedoch bereits eine erste „Entwarnungsstufe“. Die Mortalitätsrate lag damals (je nach Land, abgefragt von der Seite der Johns-Hopkins-University) bei 2-5 %. (Umkehrschluss damals: 95-98 % überleben das Ganze).

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Als es gegen Ende des Jahres 2020 darum ging, eine Impfentscheidung zu fällen, habe ich mich noch tiefer mit den Zahlen auseinandergesetzt. Denn neben den Leitmedien gab es auch andere Stimmen (die ich noch nicht einordnen konnte), die vor der Impfung warnten.
Ich wollte neutral an die Sache herangehen, und beschloss, ausschließlich aufgrund einer fakten- und zahlenbasierten Information öffentlicher Stellen meine Entscheidung zu treffen und diese Entscheidung auch immer wieder zu beobachten und zu hinterfragen, ob sie noch richtig ist.

Entscheidungshilfen zur Berechnung

Benutzt habe ich zur persönlichen Risikoanalyse u.a. das Dashboard des RKI: https://experience.arcgis.com/experience/478220a4c454480e823b17327b2bf1d4/page/Bundesl%C3%A4nder/

Die Infektionszahlen findet man pro Altersgruppe (roter Pfeil):

Die Todesfallzahlen findet man ebenfalls pro Altersgruppe (roter Pfeil):

Weiterhin hilfreich war „statista“. Statista ermittelt nämlich, welches Todesfallrisiko bei einem persönlich vorhanden ist. Für alle Geburtsjahre, in jedem Lebensjahr wird eine Wahrscheinlichkeit ermittelt, das nächste Jahr nicht zu überleben (Unfälle, Krankheiten usw. usw.). Quelle (2. Tabelle im Link): https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/Publikationen/_publikationen-innen-kohortensterbetafel.html

Hier z.B. Ermittlung für einen 52 jährigen in 2022:

Berechnungsbeispiele

Gruppe der 35-59-jährigen

Anhand eines beispielhaften männlichen 50-jährigen, der ja laut der Vorhaben unserer Politik im Oktober bereits mit einer Impfpflicht belegt werden soll, habe ich folgende Erkenntnis gewinnen können (Beispiel datiert vom 14.12.2021, das war so in etwa die Zeit, bevor Omikron dominierte):

Infiziertenzahl in der Altersgruppe 35-59, männlich: 1.171.581 Personen
Verstorbenenzahl in der Altersgruppe 35-59, männlich: 3.640 Personen
Im Ergebnis sind also genau 0,31 % an und MIT der Krankheit verstorben.

In der Kohortensterbetafel gibt es für jedes genaue Alter eine Sterbewahrscheinlichkeit in Bezug zum erreichten Alter. Da die Quelle des RKI aber nur eine Art „Mischquote“ ausweist, habe ich aus der Kohortensterbetafel einen 35-jährigen und einen 59-jährigen herausgesucht, die beiden Werte addiert, und einen Schnitt gebildet.

Sterbewahrscheinlichkeit für einen 35-jährigen: 0,07 %
Sterbewahrscheinlichkeit für einen 59-jährigen: 0,835 %
Durchschnitt: 0,45 %.
Die Sterbewahrscheinlichkeit außerhalb von Corona liegt bei 0,45 %, die Sterbewahrscheinlichkeit von Corona liegt bei 0,31 %. Die Schlußfolgerung kann nur lauten: Das alltägliche Leben mit all seinen Risiken (Autounfälle, Krebsleiden, Herztode) liegt fast 50 % höher im alltäglichen Leben.

Nun werden viele Skeptiker fragen: Wie ist das mit höherem Alter (z.B. 60-79)? Gut, rechnen wir das durch (diesmal mit ganz topaktuellen Zahlen, auch nach den angegebenen Quellen):

Gruppe der 60-79-jährigen

Infiziertenzahlen in der Altersgruppe 60-79 (m und w addiert): 2.222.967
Verstorbenenzahl n der Altersgruppe 60-79 (m und w addiert): 39.585
Im Ergebnis sind also genau 1,65 % an und mit der Krankheit verstorben.

Nun wieder zur Kohortensterbetafel:
Sterbewahrscheinlichkeit für einen 60-jährigen (m): 0,937 %
Sterbewahrscheinlichkeit für eine 60-jährige (w): 0,500 %
Sterbewahrscheinlichkeit für einen 79-jährigen (m): 4,803 %
Sterbewahrscheinlichkeit für eine 79-jährige (w): 3,019 %
Durchschnitt: 2,31 %

Die Sterbewahrscheinlichkeit außerhalb von Corona liegt also bei 2,31 %, die bei Corona bei 1,65 %. Schlussfolgerung: Das alltägliche Leben ist 40 % gefährlicher als Corona.
Die gleiche Berechnung noch einmal für die wirklich vulnerable Gruppe der 80 + – jährigen:

Gruppe der über 80-jährigen

Infiziertenzahlen in der Altersgruppe 80+ (m+w addiert) 772.597
Verstorbenenzahl in der Altersgruppe 80 + (m+w addiert) 83.052
Im Ergebnis sind also genau 10,74 % an und mit Corona verstorben.
Sterbewahrscheinlichkeit für einen 80-jährigen (m): 5,359 %
Sterbewahrscheinlichkeit für eine 80-jährige (w): 3,456 %
Sterbewahrscheinlichkeit für einen 90-jährigen (m): 17,272 %
Sterbewahrscheinlichkeit für eine 90-jährige (w): 14,057 %
Durchschnitt: 10,036 %

Hinweis: Es wurde bewusst nicht von einem 100-jährige(n) ausgegangen, da die Sterbewahrscheinlichkeit hier bei 100 % liegt (das würde evtl. das Bild verfälschen). Dennoch ist das Alltagsrisiko und das Coronarisiko nahezu identisch.
Nun ein letztes Beispiel mit der Gruppe der 5-14 jährigen:

Gruppe der 5-14-jährigen (unsere Kinder!)

Infiziertenzahlen in der Altersgruppe 5-14 (m und w addiert) 6.564.316
Verstorbenenzahl in der Altersgruppe 5-14 (m und w addiert) 26
Im Ergebnis sind also 0,0003961 % an und mit Corona verstorben.
Nun wieder zur Kohortensterbetafel:
Sterbewahrscheinlichkeit eines 5-jährigen, m: 0,009364 %
Sterbewahrscheinlichkeit einer 5 jährigen, w: 0,008047 %
Sterbewahrscheinlichkeit eines 14 jährigen, m: 0,013718 %
Sterbewahrscheinlichkeit einer 14 jährigen, w: 0,009567 %
Durchschnitt: 0,010174 %

Fazit: Das Risiko, im Alltag zu versterben, liegt mehr als 25 mal so hoch, als an Corona zu versterben.

Gesamtfazit und Resumée
Wievielfach das Alltagsrisiko höher (oder gleich ist bei Faktor 1, vertikale Achse) lässt sich anhand der Grafik ablesen:

Fazit: Nur wer über 80 ist, hat mit Corona ein gleich hohes Risiko wie im ganz normalen Alltag. Alle anderen haben im Alltag teils ein vielfach höheres Risiko, zu versterben, als an (oder auch nur mit) Corona.

Spinnt man diesen Gedanken weiter, müsste also jeder, der unter 80 Jahre ist, sich doch Gedanken machen, ob man sich auch gegen das Autofahren, die Haushaltsarbeit, den alltäglichen Sport oder Gang zum Supermarkt impfen lässt, nicht wahr? Dies einfach als Gedankenanstoß, insbesondere im Hinblick auf unsere Kinder. Es soll keine Kritik an einer Impfentscheidung sein, sondern nur ein Weg, das eigene Risiko genauer einschätzen zu können.

Das eigene Risiko kann sich ja nun jeder ausrechnen und realistisch bewerten.
Im nächsten Artikel, der in Kürze erscheinen wird, möchte ich gerne noch aktualisierter auf die Datenlage und auf Ihr persönliches Risiko unter Berücksichtigung der Veränderungen der Mortalität mit der Omikron Variante eingehen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen fröhliches, individualisiertes Rechnen zur Risikoeinschätzung.
Eine kleine Anmerkung noch zum Schluß: Die im heutigen Artikel dargestellten Zahlen beinhalten alle seit Beginn der Pandemie Infizierten und Verstorbenen, also auch unter der Alpha- und Delta Variante.

Lies auch: Corona Teil 2 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

Corona Teil 3 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

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