Samstag, 25.06.2022
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Corona Teil 2 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

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SCHWEINFURT. Die Impfpflicht ist, zumindest vorläufig, vom Tisch. Doch wie hoch ist das reale Risiko, an Covid zu sterben wirklich? Ein analytischer Gastartikel, Teil 2, von Dirk Friedlein. (Red.: Gastartikel und Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder und nicht die der Redaktion)

Ein Teil 2 hat auch einen Teil 1 – daher hier noch einmal der Link zu Teil 1, sofern noch nicht gelesen: https://mainrhoen24.de/corona-teil-1-ein-mathematiktest-mit-70-durchfallquote-ein-gastartikel-von-dirk-friedlein

In Teil 2 möchte ich anhand von öffentlich zugänglichen Statistiken und anhand gesammelter Daten auf die Veränderungen im Hinblick auf die Gefährlichkeit von Corona im Pandemieverlauf eingehen.

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Zunächst, um die Datenbasis nachvollziehen zu können, eine Grafik von Stastista, diese stellt die Anzahl der Intensivpatienten im Pandemieverlauf sehr schön dar.

Quelle:https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1181959/umfrage/intensivmedizinische-behandlungen-von-corona-patienten-in-deutschland/#professional

Anhand dieser Statistik lässt sich herauslesen, dass im Dezember 2020 (mit etwa 5.800 Patienten) für das Jahr 2020 der Höhepunkt der Auslastung der Intensivbetten war. In 2021 sind der April und wiederum der Dezember die beiden Monate mit der höchsten Auslastung (etwa 5.000) Patienten.

Aktuell liegt die Auslastung bei etwa 2.000 Patienten. Diese Patienten sind jedoch nicht alle wegen Corona im Intensivbereich, sondern teilweise nur „mit Corona“. Also auch ein verunglückter Motorradfahrer mit schweren Verletzungen, aufgrund deren er intensivmedizinisch behandelt werden muss, ist mit positivem Test ein Corona-Intensivpatient, unabhängig vom Einlieferungsgrund. Nicht selten sind das zwischen 40 und 50 %.

Beispielhafte Quelle: https://www.hessenschau.de/gesellschaft/viele-patienten-mit-aber-nicht-wegen-corona-im-krankenhaus-,corona-krankenhaus-112.html

Erwähnt werden muss auch, dass 5.000 Patienten in etwa nur 16 % der vorhandenen Intensivbetten entsprachen, und gleichzeitig stets zwischen 10.000 und 12.000 freie Betten oder Notfallbetten vorhanden gewesen sind. Die Verlegung von Patienten, die uns in den Leitmedien im November bzw. Dezember vergangenen Jahres so angstmachend dargestellt worden ist, ist ein üblicher Vorgang: Überlastete Krankenhäuser geben Patienten an andere ab – insbesondere, da zum damaligen Zeitpunkt noch immer freie Kapazitäten vorlagen. Eine echte Überlastung hat es also nie gegeben. Beispielhafte Artikel hierzu:

Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/corona-intensivpatienten-verlegung-101.html

In dem Artikel vom 28.11.2021 geht es der Tagesschau darum, uns zu suggerieren, wie katastrophal die Lage wäre, da Patienten verlegt werden müssen. Wir erinnern uns alle an die Bilder der Flugzeuge der Luftwaffe, die die Dramatik unterstreichen sollten. Am gleichen Tag veröffentlichte das „DIVI“ (ein Register, das die freien Intensivbetten zählt) jedoch, dass bundesweit 1.648 freie Betten und 8.792 Notfallkapazitäten vorhanden waren. Gleichzeitig wurden aus dem benachbarten europäischen Ausland Patienten aufgenommen. Z.B. wurde am 23.11.2021 berichtet, dass Deutschland Covid-Patienten aus den Niederlanden aufnimmt.

Quelle: https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2021_11_28.pdf

Quelle: https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/niederlande-verlegen-corona-patienten-nach-deutschland_aid-64222393

Wie kann es also sein, dass uns die Tagesschau vermitteln will, dass alles so katastrophal sei? Darüber möge sich jeder selbst ein Urteil bilden.

Bevor ich zu den nächsten mathematischen Betrachtungen komme, möchte ich die Quellen dazu nennen:

1A) Lagebericht RKI 16/12/2020 (nahezu Spitze der Welle),
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Dez_2020/2020-12-16-de.pdf?__blob=publicationFile
1B) DIVI-Bericht zum 16/12/2020
Quelle: https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2020_12_16.pdf

2A) Lagebericht RKI 16/12/2021 (nahezu Spitze der Welle),
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Dez_2021/2021-12-16-de.pdf?__blob=publicationFile
2B Divi_Bericht zum 16.12.2021
Quelle: https://www.divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2021_12_16.pdf
3A) Lagebericht des RKI 06/04/2022,
Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Apr_2022/2022-04-06-de.pdf?__blob=publicationFile
3B) DIVI-Bericht zum 06/04/2022
Quelle: https://divi.de/joomlatools-files/docman-files/divi-intensivregister-tagesreports/DIVI-Intensivregister_Tagesreport_2022_04_06.pdf

Hier ein Beispiel für den Lagebericht:

Und hier ein Beispiel für die Darstellung freier Betten (DIVI):

Tabellengrafik

Aus den drei Lageberichten sind nachstehend aufgeführte „Restinfiziertenzahlen“ (Infizierte gesamt abzüglich Genesene gesamt) und Hospitalisierungen zu entnehmen (rote Pfeile) ; aus den zugehörigen DIVI-Berichten werden die zu diesem Zeitpunkt vorhandenen freien Betten und Notfallbetten dargestellt:

Tabelle_01

Wenn man nun mathematisch auswertet, wieviele der Restinfizierten prozentual zum jeweiligen Datum hospitalisiert waren, so ergeben sich folgende Werte:

Tabelle_02

Dies bedeutet, dass im Dezember 2021 nur noch ein Drittel derer, die noch 2020 aus den Restinfizierten hospitalisiert werden mussten, noch intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Vergleicht man den 06.04.2022 mit Dezember 2020, so reden wir über eine 29-fach verminderte Hospitalisierung. Oder anders dargestellt pro 100.000 Infizierte mussten ins Krankenhaus:

Tabelle 03

Ich finde, die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache mit Blick auf die Gefährlichkeits-Entwicklung des Virus als solches. Wie ist Ihre Risikoeinschätzung, wenn sich Ihr Risiko 29-fach reduziert?

Weiterhin standen zu jeder Zeit zwischen 34 und 92 % der Hospitalisierten-Zahlen freie Betten, sowie zusätzliche zwischen 170 und 380 % Notfallbetten zur Verfügung. Regional mag es daher Engpässe gegeben haben, bundesweit jedoch nicht.

In meinem ersten Artikel habe ich die Mortalität auf Basis der gesamten Pandemie als Mischzahl über alle Virusvarianten (alpha, delta, usw. bis omikron) dargestellt. Zur Vervollständigung der vorgenannten Daten möchte ich die gleiche Rechnung noch einmal aufmachen. Allerdings mit Zahlen, die begrenzt sind auf den Zeitraum, ab dem Omikron die vorherrschende Variante war. Gemäß RKI ist dies seit KW 2/2022 der Fall, denn zu diesem Zeitpunkt wurde die Statistik der Verteilung über die einzelnen VIrusvarianten eingestellt.

Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Omikron-Faelle/Omikron-Faelle.html

Seit längerer Zeit notiere ich mir in einer Excel-Tabelle jeden Tag die Zahlen des RKI-dashboards. Dies umfasst sämtliche Daten, die im Dashboard ausgewiesen werden (Restinfizierte, Gesamt-Infizierte und Todesfälle jeweils nach Altersgruppen). Folgt man den Aussagen des RKI und nimmt die Anzahl der Gesamtinfizierten bis zur 2. Kalenderwoche des Jahres 2022 seit Pandemiebeginn (10.01.2022), so haben sich bis dorthin insgesamt 7.535.691 Personen infiziert. Davon waren 125.023 verstorben.

(Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Situationsberichte/Jan_2022/2022-01-10-de.pdf?__blob=publicationFile)

Aktuell, Stand 08.04.2022 des Dashboards, sind nunmehr 22.441.051 Personen infiziert. Davon sind 131.370 verstorben.

Es ergibt sich daher folgende Berechnung:

Tabelle 04

Die gegilbte Zeile ist die Differenz zwischen Zeile 1 und Zeile 2. Die Aktuelle Mortalität ohne Beimischung von anderen Varianten beträgt – über alle Altersgruppen gerechnet – demnach 0,04 %.

Die gleichen Berechnungen habe ich auch mit den einzelnen Altersgruppen gemacht. Wir erinnern uns, welche Mortalitäten sich für die Gesamtzeit der Pandemie teils (es wurden nicht alle Gruppen dargestellt) aus dem ersten Artikel ergeben haben (zur besseren Übersicht in tabellarischer Form:

Tabelle 05

Erweitert man die Tabelle um die seit der Omikron-Variante Infizierten und Todesfallzahlen, so erweitert sich die Tabelle wie folgt:

Tabelle 06

Fakt ist also, dass:

  • Das Risiko für einen > 80 jährigen sich etwa geviertelt hat

  • Das Risiko für einen 60-79 jährigen sich etwa gefünftelt hat

  • Das Risiko für einen 35-59 jährigen gezwanzigstelt hat

Für die Infizierten bis 14 Jahre hat sich das nahezu nicht vorhandene Risiko Omikron-bedingt nur deswegen scheinbar erhöht, da vor Omikron keine Todesfälle erfasst gewesen sind. Wir reden aber hier über die 3. Oder 4. Nachkommastelle.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch darstellen, wie sich das aktuelle Todesfallrisiko mit dem Lebens-/Todesfallrisiko ohne Corona (wie in Teil 1 beschrieben) verhält. Auch dies zur Vereinfachung tabellarisch:

Tabelle 07

Folgert man richtig, so stellt man fest, dass bis zum Alter 60 (Ausnahme: 5-14-jährige) das allgemeine Lebensrisiko seit Omikron 30 mal höher ist, als das Risiko, an Corona zu erkranken. Auch bei den verbleibenden Altersgruppen ist das allgemeine Lebensrisiko 3,9 bis 8,3 mal so hoch wie eine Corona-Mortalität. In der Schlußfolgerung zu den Vorvarianten des Coronavirus könnte man im Umkehrschluß also sagen: Für einen 58-jährigen ist seit Omikron gegenüber Delta Autofahren 5 mal gefährlicher geworden. Es wird also dringend Zeit für eine Impfung gegen Alltagsgefahren wie Sport, Autofahren, Fensterputzen – usw., nicht wahr?

Das Ganze noch einmal grafisch:
Vor Omikron:

Seit Omikron:

Tabellengrafik Corona 2

Das Gesamtfazit kann insoweit nur lauten: Lasst euch nicht verrückt machen. Und rechnet bitte nach. Es könnte euch sonst viel Lebensfreude verloren gehen. Schätzt euer Risiko ein.

Das war’s für den heutigen Teil, auch Teil 3 wird sich wieder mit Zahlen beschäftigen. – bleiben Sie dran! Ihr Dirk Friedlein

Lies auch:
Corona Teil 1 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

Corona Teil 3 – ein Mathematiktest mit 70 % Durchfallquote? Ein Gastartikel von Dirk Friedlein

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