Dienstag, 21. Mai 2024
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Aktuell suchen über 1.000 Geflüchtete aus der Ukraine Zuflucht im Landkreis Bad Kissingen

Landrat Thomas Bold dankt der Bevölkerung für die Unterstützung

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STADT UND LANDKREIS BAD KISSINGEN. Bisher (Stand: 25.04.22) haben sich im Landkreis Bad Kissingen 1.025 Geflüchtete aus der Ukraine in den Gemeinden angemeldet, davon sind 425 Personen bereits vollständig registriert, das heißt sie wurden an sogenannten PIK-Stationen erfasst. Für sie wurde also ein Aufenthaltstitel angefordert bzw. ihnen wurde bereits ein Titel erteilt.

Bei den Geflüchteten handelt es sich überwiegend um Frauen mit Kindern.
Bisher haben sich im Landkreis angemeldet:

  • 163 Männer (davon 90 allein stehend ohne Familienverband)
  • 444 Frauen
  • 418 minderjährige Kinder

Die Kinder/Jugendlichen unterteilen sich wie folgt nach Altersgruppen:

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  • Kinder unter 6: 124
  • Kinder von 6 bis 10 Jahren: 104
  • Kinder von 10 bis 15 Jahren: 136
  • Jugendliche von 15 bis 21 Jahren: 89

Die Geflüchteten verteilen sich überwiegend auf folgende Kommunen:

  • Bad Kissingen (367)
  • Bad Brückenau (112)
  • Münnerstadt (86)
  • Hammelburg (75)
  • Bad Bocklet (61)
  • Maßbach (43)

AsylbLG-Anträge

Im Sozialamt wurden bisher rund 450 Anträge auf Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) gestellt.

Wohnraum

Bisher wurden durch das Landratsamt Bad Kissingen 88 Wohnungen an ukrainische Familienverbände (insgesamt 313 Personen) vermittelt.
Aktuell wird noch für 111 weitere Personen (57 Familienverbände) Wohnraum benötigt. Die Personen sind derzeit bei Verwandten oder Freunden untergebracht.
In dezentralen Unterkünften sind derzeit 26 Personen untergebracht. Im Bedarfsfall sind genügend Notunterkünfte vorhanden.
Wir danken explizit den Bürgerinnen und Bürgern für die große Bereitschaft, Geflüchtete bei sich unterzubringen!

Situation an den Schulen

In den Schulen werden derzeit 146 Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine beschult. Sie werden entweder in einer von insgesamt fünf sogenannten Willkommensgruppen beschult oder sind in den Regelklassen integriert. Für Schülerinnen und Schüler, die älter sind als 16 Jahre, ist die Berufsschule zuständig.
Für die Beschulung wurden 18 Personen mit und ohne Lehrqualifikation angestellt. Auch ukrainische Lehrkräfte sind in den Unterricht involviert.
Es wurde eine Steuerungs- und Koordinierungsgruppe eingerichtet, zu der neben Vertretern aus dem Schulamt auch die Schulleitung der Realschule sowie des Gymnasiums gehört. Die Kooperation mit den weiterführenden Schulen funktioniert gut.

Situation in den Kindergärten

Bisher haben wir von den 77 Kindergärten und Horten 55 Rückmeldungen erhalten mit folgendem Zwischenstand:

  • 12 ukrainische Kinder wurden aufgenommen
  • derzeit gibt es 65 freie Plätze (z.B. Motten mit 22)
  • insgesamt stehen 393 Kinder auf der Warteliste, davon 11 aus der Ukraine; am meisten nachgefragt wird der Sinnberg-Kindergarten (55 Kinder auf der Warteliste), St. Maria Magdalena in Münnerstadt (26) sowie der Kindergarten in Euerdorf (23).

Die Statistik spiegelt den tatsächlichen Bedarf nicht wieder, da im Landkreis 123 ukrainische Kinder unter 6 Jahren gemeldet sind. Hier wird noch mit verstärkter Nachfrage gerechnet. Probleme bei der Integration wurden bisher nicht gemeldet.

Die Arbeit am Landratsamt

Die Flüchtlingswellte aus der Ukraine stellt, wie auch bereits die Corona-Krise, das Landratsamt vor große Herausforderungen – nicht zuletzt personell. Um die Flut an Anträgen bearbeiten und Aufgaben wie die Wohnungsvermittlung stemmen zu können, sind Dutzende Mitarbeitende mit teils sachgebietsfremden Tätigkeiten betraut.

Drei Vollzeitsachbearbeiterinnen und -sachbearbeiter kümmern sich derzeit um die Bearbeitung der AsylbLG-Anträge. Das Team wird zeitnah durch eine weitere Person aufgestockt.
Zur Unterstützung des Asyl-Bereichs (z. B. Bescheide schreiben, Behandlungsscheine erstellen, Anrufe tätigen, Unterstützung beim Ausfüllen der Anträge) und zur Bewältigung aller Aufgaben im Sozialamt im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise sind derzeit rund 15 Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen des Sachgebiets Sozialwesen zeitweise im Einsatz.

Zusätzliche Hilfe kommt aktuell außerdem durch vier Auszubildende sowie vier Dolmetscherinnen und Dolmetscher. Sie nehmen die Geflüchtete im Lichthof des Landratsamts in Empfang und unterstützen sie bei der Antragstellung für Leistungen nach dem AsylbLG – hierfür ist kein Termin nötig.

In der Ausländerbehörde sind alle Mitarbeitenden von Montag bis Samstag in Schichten eingebunden, unterstützt durch Auszubildende. Zusätzlich wurde eine neue Kraft eingestellt, ein Polizeibeamter hilft pro Schicht bei der PIK-Registrierung aus. Diese Unterstützung ist für uns enorm wichtig.

Hinzu kommen Mitarbeitende, die sich um die Wohnungsvermittlung kümmern und außerdem in der Ukraine-Hotline helfen.

Großes Dankeschön für die Unterstützung

„Wir sind sehr dankbar für die große Unterstützung aus der Bevölkerung“, betont Landrat Thomas Bold. So engagieren sich viele Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich in den Gemeinden, wo vor Ort Helferkreise entstanden sind oder reaktiviert wurden. Die Helfenden übernehmen Fahrdienste, begleiten die Geflüchteten bei Behördengängen oder helfen beim Einkaufen. „Ohne diese enorme Hilfsbereitschaft könnten wir die Krise so nicht meistern.“ Etliche Menschen haben darüber hinaus Geld gespendet oder helfen mit Möbelspenden dabei, dass sich die Ukrainerinnen und Ukrainer hier im Landkreis wohlfühlen. „Am Ende ist es eine Gemeinschaftsleistung, auf die wir stolz sein können“, so Bold.

Ein herzliches Dankeschön spricht der Landrat auch den Hilfsorganisationen sowie den Verantwortlichen in den Gemeinden aus. „Mit ihnen stehen wir seit Beginn der Ukraine-Krise in engem Kontakt. Ständig schauen wir, wo wir im Ablauf etwas optimieren können. Auf diese Krise konnten wir uns nicht vorbereiten, aber wir geben unser Bestes und bitten um Verständnis, wenn es irgendwo einmal haken sollte. Wir arbeiten daran!“

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