Freitag, 30. September 2022
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StartBusinessMascarabürsten und Oldtimergriffe: Wie Additive Fertigung die Produktionstechnik in Mainfranken verändert

Mascarabürsten und Oldtimergriffe: Wie Additive Fertigung die Produktionstechnik in Mainfranken verändert

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MAINFRANKEN – „Megatrend Additive Fertigung – nachhaltig und agil Zukunft gestalten“, das war das zentrale Thema der virtuellen Veranstaltung „Denker treffen Lenker“ am 28. März 2022. Die Veranstaltung wurde von der Region Mainfranken GmbH in Kooperation mit dem SKZ ─ Das Kunststoffzentrum durchgeführt.

Geladen waren vier regionale Experten aus dem Bereich der additiven Fertigung, die ihr Wissen und ihre praktischen Erfahrungen aus aktuellen Projekten präsentierten und an die rund 90 Teilnehmenden weitergaben. Über die betriebliche Umsetzung des 3D-Drucks berichteten die Unternehmen Franken Guss aus Kitzingen und Headmade Materials aus Unterpleichfeld.

Das etablierte Format „Denker treffen Lenker“ bringt regionale Akteur*innen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, mit dem Ziel Forschungskooperationen anzubahnen und so die mainfränkischen Unternehmen zu stärken. „Franken Guss ist als technologieoffenes Unternehmen ein Zugpferd für weitere Ansiedlungen im High-Tech Bereich. Die optimale Infrastruktur mit Autobahn- und Zugverbindungen Richtung Würzburg und Nürnberg bietet vor allem jungen Menschen optimale Voraussetzungen und sorgt für eine Ansiedelung von Fachpersonal“, so leitete die Kitzinger Landrätin Tamara Bischof die Veranstaltung ein.

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Durch das Programm führte Tina Johnscher, Leiterin der bayerischen Koordinierungsstelle Additive Fertigung und Koordinatorin der ZD.B-Themenplattform Digital Production & Engineering.

Die 3 D‘s der additiven Fertigung

Einen spannenden Einblick in das Thema „Additive Fertigung“ gab Sebastian Human, Redakteur von Industry of Things bei der Vogel Communications Group. Human präsentierte anschaulich die Ergebnisse einer Marktstudie zur Entwicklung und Nutzung der additiven Fertigungsverfahren aus Sicht der Anwenderbranchen in der Industrie. Die Motivation der Unternehmen ist in der enormen Effizienzsteigerung, Kostenreduktion und neuen Wettbewerbsvorteilen begründet. Besonders die Erschließung von neuen Geschäftsmodellen hat an Bedeutung gewonnen. Die Produktqualität und die Geschwindigkeit im Fertigungsprozess stellen dabei die größten Hürden dar, die additive Fertigung im Unternehmen zu implementieren. „Wichtig ist dabei, zu beginnen und nicht im Perfektionismus zu verfallen“, so Human.

Idee 3D – Innovative Chancen für den Mittelstand durch 3D-Druck

Der Frage, was kann ein Mittelständler tun, um in das Thema der Additiven Fertigung einzusteigen, ging Dipl.-Ing. Georg Schwalme, Bereichsleiter Spritzgießen und Additive Fertigung am SKZ, nach. Schwalme startete für die Teilnehmenden nicht nur einen online Rundgang durch das SKZ, sondern betrachtete vor allem die wirtschaftlichen Vorteile des 3D-Drucks anhand des Break Even Points. Beispiele wie Hörgeräte, Zahnersatz, ein Haus aus dem 3D- Drucker und das Verfahren des Electrospinning Writings, das einen passgenauen Gewebeersatz für Patient:innen ermöglicht, zeigten eindrucksvoll die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten.

Additive Fertigung macht Ideen greifbar

Wie Franken Guss eine innovative Technologie in die Gießerei integriert, berichtete Bolko von Bartenwerffer, Leiter Entwicklung Aluminium bei der Franken Guss GmbH & Co. KG. Die schnellere und kostengünstigere Produktion mit Hilfe der additiven Fertigung ist besonders bei geringen Losgrößen von Bedeutung, so Bartenwerffer. Franken Guss reagiert dabei nicht nur auf den zunehmenden Wettbewerb globaler Märkte, sondern auch auf den verstärkten Wunsch nach Individualisierung und den kürzeren Entwicklungszyklen. „Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Digitalisierung, Industrie 4.0 und Vernetzung wird der Metalldruck die Produktionstechnik auch im Serienbereich der Automotive-Branche revolutionieren. Er wird die Gießereitechnik nicht ablösen, aber wirtschaftlich ergänzen“, so ist sich Bartenwerffer sicher. Franken Guss ist dabei ein Entwicklungspartner auf Augenhöhe und offen für neue Kooperationen und Ideen.

Serienproduktion im Metall 3D-Druck ─ mit dem High End Bike auf der Überholspur

Auch die regionale Start-Up Szene Mainfrankens kam nicht zu kurz. Christian Staudigel, Geschäftsführer von Headmade Materials GmbH, eine Ausgründung des SKZ, berichtete über das selbst entwickelte sinterbasierte 3D-Druckverfahren Cold Metal Fusion. Das Know-How des Unternehmens liegt dabei besonders in den Materialien. So können für jeden Kunden passgenaue Lösungen erarbeitet werden. Mittels des besonderen Verfahrens können Metallbauteile sehr preiswert mit Stückzahlen von 100.000 Bauteilen in Serie gefertigt werden. Der Herstellungsprozess ist mit allen etablierten Sinteranlagen möglich und muss nicht angepasst werden, was eine Umsetzung im Unternehmen erheblich erleichtert. Dass eine erfolgreiche Kooperation möglich ist, beweist das gemeinsame Projekt zusammen mit der Titanium GmbH. So konnte ein High-End Mountainbike aus Titan realisiert werden, das ein bisher unerreichtes Fahrgefühl liefert.

Additive Fertigung und Nachhaltigkeit. Passt das zusammen?

In der Panel Diskussion, moderiert von Tina Johnscher, widmeten sich die Vortragenden der Frage, wie nachhaltig die additive Fertigung wirklich ist. Auch wenn eine differenziertere Betrachtung je nach Bauteil und Stückzahl erfolgen muss, waren sich die Diskutierenden einig, dass mittels additiver Herstellung eine Reduzierung der eingesetzten Ressourcen möglich ist und das aufwendige Herstellen der Werkzeuge, die für das alternative Spritzgussverfahren benötigt werden, entfällt.

Fotos: Daniel Peter / Region Mainfranken GmbH

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